Tausende von Besuchern entdecken Mosbachs schöne Gärten

Tag der offenen Gärten übertrifft alle Erwartungen - aus Stadtanzeiger 'Mosbach' Nr. 31 / Freitag, 3. August 2012 - von Dorothee Lindenberg

Das hatten sie sich nicht träumen lassen! Erleichtertes Aufatmen bei den Veranstaltern und überglückliche Gesichter bei allen, die zum Tag der offenen Gärten Ja gesagt und vergangenen Samstag Einblicke in ihre ganz private Gartenwelt gegeben haben. "Das war anstrengender als einen ganzen Tag Gartenarbeit", strahlt Lydia Kröninger und bedauert, dass sie für den einzelnen Besucher nicht mehr Zeit gehabt hat. Zwischen 150 und 500 Besuche pro Garten ist die schier unglaubliche Resonanz auf eine Veranstaltung, die zum ersten Mal im Rahmen des Mosbacher Sommers in Zusammenarbeit mit dem Landesgartenschau-Förderverein und der Landschaftsarchitektin Birgit Dallinger auf den Weg gebracht wurde.

Bei 350 hat Jürgen Wanner im Masseldorn aufgehört zu zählen, so beschäftigt sei er gewesen, Tipps und Anregungen zu seinem 900 Quadratmeter großen Hanggarten zu geben, verrät er am Tag danach, als sich die Gartenbesitzer endlich selber einen Blick in die Gärten ihrer Mitbewerber gönnen. "Das hat eingeschlagen", staunt auch Ulla Schneider, die die Idee der offenen Gärten nach Mosbach geholt hat und nicht glauben konnte, wie viele Menschen in ihrem Garten Platz finden. Sie plant schon wieder weiter und träumt insgeheim von nach Jahreszeiten geordneten Themengärten, die vielleicht im nächsten Jahr die Herzen der Gartenliebhaber höher schlagen lassen.

Gerade die Vielfalt der beinahe 20 teilnehmenden Gärten hätte Besucher aus nah und fern angelockt, weiß Mitorganisatorin Dallinger. Einige hätten ihre Besichtigungstour strikt an einem bestimmten Gartenthema orientiert, andere wiederum einfach den Ehrgeiz gehabt, alle Gärten anzuschauen, zieht sie ein persönliches Resümee. Aus Heilbronn und Heidelberg, aus Walldürn, Buchen und Eberbach kamen die Besucher, die einen Mittag lang für reichlich Verkehrsprobleme im Masseldorn und auf dem Bergfeld gesorgt haben. Jeweils ein Münchner und ein Berliner und sogar ein Gast aus Amerika habe sich im ausgelegten Gästebuch verewigt.

Großes Lob und viel Anerkennung hielten sie für die Qualität der gezeigten Gärten bereit und nahmen eine Fülle von Anregungen mit nach Hause. Nicht selten verabredeten sie sich für den Herbst, wenn die Zeit für Ableger aller Art reif ist und ein privater Pflanzentausch ins Auge gefasst wird.

Auch das Wetter hatte mitgespielt und sich nicht allzu launisch gezeigt, so dass die Gartenbesitzer noch eine weitere Trumpfkarte spielen konnten. Mit gleich einer ganzen Palette an kulinarischen Versuchungen warteten sie unaufgefordert ihren Gästen auf, überraschten mit einem begleitenden Aktionsprogramm, das fit für den nächsten Gartenbesuch machte. Selbst Kurt Geitner von der Heidelberger Gartenakademie hatte die Mosbacher Gärten eine lobende Notiz wert gefunden. Aber auch so steht für die Veranstalter fest, dass der Tag der offenen Gärten keine Eintagsfliege bleiben wird. Schon jetzt sammeln Ulla Schneider ( 06261/5125 ) und Birgit Dallinger ( 06261/2534 ) wieder Gartenadressen, damit in Mosbach auch 2013 wieder Gartentüren offenstehen und der mit Kinderhand geschriebene Eintrag im Gästebuch "das war ein schöner Garten" möglichst viele Nachahmer findet.

Darüber freut sich auch der stellvertretende Vorsitzende Bertold Hergenröder, der im Namen des LGS-Fördervereins alle teilnehmenden Gartenbesitzer zu einem Vesper in der Gaststätte "De Treff" willkommen hieß und sich für deren aufgeschlossene Mitarbeit bedankte. Sein Dank ging besonders auch an Kulturamtsleiterin Christine Funk, die mit ihrem Team maßgeblich an der Verbreitung der Idee beteiligt war und so dem LGS-Förderverein zu neuen Vereinsmitgliedern verholfen hat.

aus Stadtanzeiger 'Mosbach' Nr. 31 / Freitag, 3. August 2012 - von Dorothee Lindenberg