Ein leuchtender Start

Lichterfest zum Mosbacher Sommer-Auftakt fand viele Besucher - aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 164 vom Montag, 18. Juli 2016 - von Peter Lahr.

'Ich liebe diese Tage', klang aus den Boxen von DJ Kalaus an der Seebühne. Damit gab er ein inoffizielles Motto für das zweite 'neue' Lichterfest vor, das am Samstagabend 'ganz offiziell' den 31. 'Mosbacher Sommer' eröffnete. 'Schön, dass ihr alle gekommen seid', begrüßten Lea, Judith und Fabian vom Jugendgemeinderat die Gäste, die in größerer Zahl in den LGS-Park strömten. Das entspannte Fest für alle Generationen begann mit einer schwungvollen 'Kinderpolka'.

Ein Dutzend Elevinnen der Ballettschule Gundula Kretschmar-Klein ertanzte sich den ersten Bühnen-Applaus. Ihnen folgte die Hip-Hop-Gruppe 'Stacxs' von der Tanzschule 'Tängo', die sich jüngst für die WM in Glasgow qualifizierte. 'Der unvermeidliche Augenblick ist gekommen, die Eröffnung des 31. 'Mosbacher Sommers', der gerade noch rechtzeitig gekommen ist', erklärte OB Michael Jann. 'Es hatte den Anschein, dass alle Mosbacher nur auf eine Neuauflage des Lichterfests gewartet haben', bedankte er sich bei den Organisatoren, den ehrenamtlichen Helfern und den Sponsoren, die mit ihrer Spende an den LGS-Förderverein die Illumination des Parks ermöglichten. Wegen des riesigen organisatorischen Aufwands finde das Lichterfest künftig im Zwei-Jahres-Turnus statt.

'Woher kommst Du? Wo sind deine Wurzeln?'. Diese beiden Fragen konnten die Gäste bei der gut besuchten 'Preview' des Kunstvereins im Alten Schlachthaus interaktiv beantworten, ehe sie weiter schwärmten, um die Wiese mit Teelicht-Motiven zu begutachten.

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Foto: Zum Publikumsmagneten des zweiten 'neuen' Lichterfests entwickelte sich der Stadtgarten-Rasen. Hier wetteiferten fünf Teams um den Publikumspreis. Am Ende flogen die 'wunderbaren Schmetterlinge' der Wilhelm-Stern-Schule der starken Konkurrenz davon. OB Michael Jann eröffnete am Abend auf der Seebühne den 31. 'Mosbacher Sommer' - Foto: Peter Lahr

'Wir sind alle Kinder einer Welt', nahm der Kommunale Kindergarten die Spur des Kunstvereins wieder auf. 'Das Lied spielt bei uns eine Rolle, und das Thema passt auch gut hierher', erläuterte Silke Rosenbaum das Motiv mit einer Menschenkette und Noten.

Das Haus Kickelhain brachte die Waldsteige Grundschule passend zur Fachwerk-Sommeraktion auf die Rasenfläche des Stadtgartens. Dirk Stottmeister integrierte das Thema in den Unterricht. 'Wir haben das Motiv mit Heringen abgesteckt und Schnüre gespannt', erläuterte Tanja Quast die Umsetzung vor Ort, die auch mit den Unebenheiten des Untergrunds zurechtkommen musste. Sprühfarbe und Zwei-Meter-Stäbe kamen ebenfalls zum Einsatz. 'Die Kinder wussten, wohin die Kerzen kommen und haben sie angezündet.'

Als letzte 'knipsten' die Schüler der Müller-Guttenbrunn-Schule ihr Motiv an. Pünktlich um 21 Uhr leuchtete der 'Kleine Prinz' in die unendlichen Weiten des Weltalls hinaus. Auch hier hat man sich schon lange mit dem Motiv auseinander gesetzt und das Buch gelesen. 'Das Motiv passt in unsere heutige Zeit', fand Lehrerin Kirsten Russell-Spannagel. Ebenso das Motto: 'Man sieht nur mit dem Herzen gut'.

Auch mit dem Auge gut zu sehen war das bekannte Mosbacher Stadtlogo. Vier angehende Verwaltungsfachangestellte waren kurzfristig eingesprungen und schufen das Motiv in einer neuen Spielart. 'Die Wiese ist nicht so eben, da gehen die Kerzen schnell wieder aus, und der Rasen ist fast schon zu hoch', benannte Simon Wieland die Herausforderungen des vierstündigen Aufbaus.

'Wir haben in der Schule Schmetterlinge aus Raupen gezüchtet', erklärte Beate Schnirch, weshalb die Wilhelm-Stern-Schule in die 'Wunderwelt der Schmetterlinge' entführte. 'Jedes Kind hatte seine eigene Raupe, und am Ende haben wir alle Schmetterlinge gemeinsam auf dem Schulhof losgelassen', beschrieb sie enthusiastisch das Projekt. Mit Kartonvorlagen haben die 'wunderbar kreativen Kinder' die Vorlagen auf den Rasen gebracht.

'Wann ist das Parkkunstwerk beendet?' Diese Frage beantwortete Dorothee Roos, die in den Bürgergärten zur ersten Lektürestunde einlud. Dabei half ihr Fürst Pückler, dessen Muskauer Park nicht nur die Finanzen ruinierte, sondern Gartengeschichte schrieb. 'Ein Ableger eines Baumes, den der grüne Fürst im 18. Jahrhundert pflanzte, steht jetzt vor dem Landratsamt', schuf Roos den Bezug zum Hier und Jetzt.

Den Motiv-Wettbewerb gewann die Wilhelm-Stern-Schule. Insgesamt kamen 17 321 Teelichter zum Einsatz.