Diese Wiederbelebung ist wirklich geglückt

Neuauflage des Lichterfests übertraf die Erwartungen - Den Park in ein Märchenland verwandelt - aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 171, Montag, 28. Juli 2014 - von Peter Lahr.

Es war gigantisch! Das 'Lichterfest', das der Jugendgemeinderat am Samstag wieder wachgeküsst hat, es entwickelte sich zu einem echten Glanzlicht des 'Mosbacher Sommers'. Dies lag nicht nur an den unzähligen Kerzen und Teelichtern, die den Stadtgarten für eine Mittsommernacht lang in ein lauschiges Zauberreich verwandelten. Halb Mosbach schien auf den Beinen. Flanierte gutgelaunt durch den illuminierten Park, stärkte sich an der Seebühne oder plauschte angeregt mit Freunden.

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Bewirtung vor der Seebühne und Auslegen der Licht-Motive der Schulen / Fotos: Lahr

'Es herrscht eine tolle Atmosphäre. Wildfremde Menschen haben uns mit ihren Feuerzeugen geholfen, die Teelichter anzuzünden', berichtete Bernhard Stüber. Der Lehrer für Bildende Kunst am Auguste-Pattberg-Gymnasium war mit Tatkraft, Kreativität und Präzision bei der Sache und betreute das Motiv 'seiner' Schule. Er hatte sogar an eine Leiter gedacht, um alles aus der Vogelperspektive bewundern zu können. Insgesamt fünf Schulen wetteiferten um die Gunst des Publikums, das mit Stimmkarten ihre Favoriten bestimmen konnte. Auch die Zahl der Kerzen galt es zu erraten. Auf der Seebühne begann der Abend abwechslungsreich. 'Wir hätten viel mehr Tische brauchen können', zeigte sich Kulturamtsleiterin Christine Funk überrascht vom Ansturm. Die APG-Brass Band unter der Leitung von Dorothea Straub, der Musikschul-Chor 'Pirol' mit Dirigent Martin Daab sowie Hip-Hop-Tänze der Tanzschule 'Tängo' und DJ Connect standen auf dem Programm. Poetry-Slamer Felix Römer wich in die lauschigen Bürgergärten aus, wo nach Einbruch der Dunkelheit auch Christian Tamme (Stadtseniorenrat), Edgar Klein (Jugendgemeinderat) sowie 'Stadtgärtnerin' Birgit Dallinger als Vorleser ein aufmerksames Publikum fanden. Mit 30 Lampen sorgten die Lichttechniker der Alten Mälzerei hier für farbige Akzente.

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Herr Tamme liest 'Das blaue Licht' der Gebrüder Grimm / Foto: Lahr

Schon lange vor dem Samstag hatten die Motivplanungen in den Schulen begonnen. Am Nachmittag wurde dann der Rasen vermessen, mit Schnüren die Einzelfelder gekennzeichnet und mit grüner Sprühfarbe die Linien 'vorgezogen'. Dann ging es ans Verteilen der Teelichter sowie das Anzünden. Eine nicht gerade einfache Arbeit, wenn man bedenkt, dass insgesamt 12.750 Kerzen brannten, was Ralf Rink aus Dallau exakt erriet - oder zählte. Wofür er eine Segway-Tour gewann.

'Können Sie das erkennen?', lautete eine öfter gestellte Frage. Ein großes Mandala hatte die Waldsteige-Grundschule ausgelegt. Die Waldstadt-Grundschüler ließen einen Baum in den Himmel wachsen. Märchenfiguren wie Bambi oder den gestiefelten Kater schickte die Lohrtalschule ins Rennen. Mit einem Palast aus 1001 Nacht gewann die Wilhelm-Stern-Schule den Preis der Schulen. Einen Sonderpreis erhielt der Kooperationskunstkurs von APG und NKG für ihr komplexes Opus 'Lichterflug'. Weitere Hingucker schuf Videokünstler Louis von Adelsheim. Er verwandelte das Domizil des Kunstvereins in eine Geburtstagstorte. Am Henschelberg eröffnete er einen temporären ICE-Bahnhof mitsamt Autobahnanschluss. Eine Bilderstrecke zum Lichterfest gibt es im Internet auf www.rnz.de

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Kunstverein NOK - Illuminiertes 'Schlachthaus' / Foto: Lahr

- Text und Fotos von Peter Lahr.